Was spricht für eine erbliche Veranlagung für Prostatakrebs?

Etwa zehn Prozent der Prostatakrebserkrankungen haben familiären Hintergrund. Es ist wichtig, sowohl mütterlicher-  als auch väterlicherseits Krebserkrankungen in der Familie wahrzunehmen, um zwischen zufälligen und erblichen Prostatakrebs zu unterscheiden.

Ein erhöhtes Risiko für eine erbliche Veranlagung könnte vorliegen, wenn

  • mehrere Familienmitglieder an Prostatakrebs erkrankt sind
  • in Ihrer Familie Prostatakrebserkrankungen unter einem Alter von 55 Jahren bekannt sind
  • zusätzlich zu Prostatakrebs eine Häufung weiterer Krebserkrankungen auffällt, beispielsweise Brust-, Eierstock-, Darm- und/ oder Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Krebserkrankungen im jungen Alter bekannt sind
  • in der Familie eine Risikomutation nachgewiesen wurde

 

Bisher bekannte Risikogene

Die häufigsten Genmutationen, die für ein erhöhtes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, verantwortlich sind, sind Veränderungen in den BRCA-Genen. Insbesondere BRCA2-Varianten erhöhen das Risiko um etwa 20 Prozent an Prostatakrebs zu erkranken.

Neben Veränderungen in den BRCA-Genen können Varianten in CHEK2-, MMR-, ATM-, HOXB13- und weiteren Risikogenen zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Prostata- und anderen Krebserkrankungen führen.

Falls Sie den Verdacht haben, erblich belastet zu sein, oder in Ihrer Familie bereits ein familiäres Risiko bekannt ist, sprechen Sie gerne Ihren Hausarzt oder Urologen an. Dieser kann Sie zu einer humangenetischen Beratung weiterleiten. Die Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs sind auch für Männer ansprechbar. In einer Beratung wird die persönliche Erkrankungssituation und Familiengeschichte geprüft, um gegebenenfalls einen Gentest zu veranlassen.

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